Data-Services aus Afrika für deutsche Kunden
Schenkt man den Lünendonk-Listen 2024 Glauben, dann sind IT-Dienstleister in Deutschland trotz der Konjunkturlage weiter auf Wachstumskurs.(1)
Trotz der konjunkturellen Stagnation blicken IT-Dienstleister demnach auf ein erfolgreiches Jahr 2023 zurück: Ihre Umsätze stiegen um durchschnittlich 9,7 Prozent (2022: 13,2 %). Neben einer starken Nachfrage rund um die digitale Transformation und den Aufbau digitaler Geschäftsmodelle trug die Preissteigerung bei den Honoraren ebenfalls zur Wachstumsrate bei. Durch das Potenzial digitaler Technologien und den IT-Fachkräftemangel bleibt der IT-Dienstleistungsmarkt in den kommenden Jahren ein wachsendes Marktsegment.
Folgende Trends sind demnach zu erkennen.
- IT-Dienstleister steigern ihre Inlandsumsätze 2023 um durchschnittlich 9,7 Prozent
- Starke Nachfrage rund um Cloud-Transformation, IT-Modernisierung, Aufbau digitaler Geschäftsmodelle und Effizienzsteigerungen
- Mangel an IT-Experten und Digitalisierungsdruck führen zu ansteigender Vergabe von IT-Budgets an IT-Dienstleister
- Wachstum soll 2024 und 2025 zweistellig ausfallen

Gemäß dem Digitalverband Bitkom lag das Marktvolumen für den IT-Servicemarkt 2024 bei 51,6 Milliarden Euro (2023: 49,3 Mrd. €). In diesem Wert sind Dienstleistungen wie IT-Beratung, Softwareentwicklung und -implementierung sowie IT-Services wie Managed (Cloud) Services und IT-Outsourcing enthalten.
Die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit GIZ fördert deswegen in vielen afrikanischen Ländern IT-Dienstleister, so dass diese Services auf einem Niveau anbieten, das auch für deutsche Kunden spannend ist – als Alternative zu teurer werdenden Services aus Indien oder Osteuropa.
Ein Beispiel für eine derartige Initiative ist die Rwanda Global Business Services Growth Initiative (GBS GI). Diese Initiative des Ministeriums für IKT und Innovation und des Rwanda Development Board dient als Katalysator für Investitionen, politische Interessenvertretung und Talententwicklung innerhalb der GBS-Branche in Ruanda. Über sie wurde im Sommer 2024 der Rwanda BPO & Tech Summit in Berlin ausgerichtet.
Der BPO-Markt expandiert nicht nur in Deutschland und Europa. Auch in Afrika selbst wächst die Nachfrage nach IT-Dienstleistungen im Bereich Datenmanagement. Laut The Economist wird der BPO-Sektor des Kontinents zwischen 2023 und 2028 voraussichtlich um rund 14 % jährlich wachsen und damit die globalen Wachstumsraten deutlich übertreffen. Der Anteil Ostafrikas soll bis 2025 1,82 Milliarden US-Dollar erreichen.(2) Auch der BPO-Markt in Ruanda verzeichnet ein rasantes und signifikantes Wachstum und hat sich von einem nahezu nicht existenten Markt zu einem aufstrebenden afrikanischen Zentrum entwickelt. Dank starker staatlicher Initiativen, wie den oben genannten, konnten bis 2024 über 25 Unternehmen angesiedelt werden, die bis Ende 2025 mehr als 5.000 Arbeitsplätze anstreben. Prognosen deuten auf eine anhaltend schnelle Expansion im Rahmen des allgemeinen Outsourcing-Booms in Afrika hin.

Das Ganze ergibt durchaus Sinn; der entscheidende Faktor sind die Talente und ihre Kompetenzen. Wir haben in Ruanda zusammen mit den lokalen Unternehmen Kolaborate Plattform 20 junge Frauen ausgewählt und gemeinsam mit dem Unternehmen TechQuest zu Data-Science-Expertinnen ausgebildet. Dieses Training fand teils online, teils vor Ort statt. Wir haben dabei Wert darauf gelegt, dass das Training sich an den Anforderungen der Wirtschaft ausrichtet.
Die jungen Frauen sind nun fast am Ende ihrer Ausbildung. Wir wollen ihnen nun die Möglichkeit geben, sich in Praktika auszuprobieren. Am Ende möchte Kolaborate dann eigene Data Services für deutsche Kunden anbieten. Hier liegt der Schwerpunkt auf Datencleaning, Datenauf- und -vorbereitung sowie dem Marketingsektor (z.B. CRM-Services, Hubspot etc.).
Der Text enthält Fußnoten, die auf zitierte Quellen verweisen, die wir auf Wunsch gerne teilen.
Bei Interesse bitte melden.
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