Wie man eine nachhaltige internationale Einstellungsstrategie aufbaut
Ein praxisorientierter Leitfaden für HR-Teams von der Regionsauswahl bis zum Onboarding
Die drittgrößte Volkswirtschaft der Welt kämpft seit Jahren mit einem Mangel an Fachkräften. Hauptgründe sind der demografische Wandel und das schwindende Interesse vieler junger Menschen an einer dualen Ausbildung in Deutschland.
Im zweiten Quartal 2025 berichteten 27,2 Prozent der deutschen Unternehmen über negative Auswirkungen auf ihre Produktivität aufgrund fehlender Fachkräfte. Im vierten Quartal 2024 lag dieser Wert bei rund 32 Prozent und im Sommer 2022 sogar bei fast 50 Prozent. Das zeigen Zahlen des KfW Ifo Arbeitsmarktbarometers. Der aktuelle Rückgang spiegelt keine Verbesserung bei der Personalbeschaffung wider, sondern ist eine Folge der schwachen Wirtschaftslage.
Vor allem mittelständische Unternehmen, das Rückgrat der deutschen Wirtschaft, sind besonders betroffen. Ihr Erfolg hängt stark vom lokalen Arbeitsmarkt ab, doch genau dort liegt das Problem: qualifizierte Arbeitskräfte fehlen. Viele Produktionsbetriebe arbeiten mit zu wenig Personal, Krankenhäuser schließen Stationen, IT-Projekte verzögern sich, weil es an den richtigen Menschen fehlt.
Hinzu kommt der rasante Fortschritt im Bereich der künstlichen Intelligenz, der den Arbeitsmarkt zusätzlich durcheinandergebracht hat. Während große Technologieunternehmen Personal abbauen, fragen sich viele Mittelständler, ob sie weiter einstellen oder lieber auf Automatisierung setzen sollen. Doch selbst dafür fehlen Fachkräfte mit passenden Kenntnissen.
Immer mehr deutsche Unternehmen setzen daher auf internationale Rekrutierung, nicht als kurzfristige Lösung, sondern als langfristige Wachstumsstrategie. Doch viele scheitern an der Nachhaltigkeit. Die Frage bleibt also: Wie geht es richtig?
Oft investieren Unternehmen viel Zeit und Geld in die Anwerbung, den Umzug und die Integration internationaler Fachkräfte, nur um sie kurze Zeit später wieder zu verlieren. Hohe Fluktuation und falsche Erwartungen machen den Prozess teuer und unsicher.
Um dies zu vermeiden, brauchen Personalverantwortliche einen klaren, strukturierten Ansatz. Nachhaltige internationale Rekrutierung bedeutet, Stabilität zu schaffen, nicht nur offene Stellen zu besetzen.

Was bedeutet nachhaltige internationale Rekrutierung
Nachhaltige internationale Rekrutierung geht über das reine Besetzen von Positionen hinaus. Es geht darum, ein System zu schaffen, das Arbeitgebern und Arbeitnehmern langfristig nützt.
Das bedeutet, Menschen aus Regionen einzustellen, deren Qualifikationen zu den Bedürfnissen des Unternehmens passen, sie sorgfältig zu integrieren und ihnen echte Entwicklungsperspektiven zu bieten. Es bedeutet auch, Vertrauen aufzubauen, Stabilität zu schaffen und internationale Mitarbeitende als festen Bestandteil des Teams zu sehen, nicht als kurzfristige Lösung.
Richtig umgesetzt führt nachhaltige Rekrutierung zu Loyalität, geringerer Fluktuation und langfristiger Bindung. Sie ist eine Investition in Menschen und in die Zukunft des Unternehmens.
Im Folgenden zeigen wir einen praxisnahen, menschenzentrierten Ansatz, wie HR-Teams eine nachhaltige internationale Einstellungsstrategie aufbauen können, die nicht nur Lücken schließt, sondern die Zukunft des Unternehmens gestaltet.

1. Langfristige Ziele definieren
Am Anfang steht Klarheit. Viele Unternehmen rekrutieren international, weil sie kurzfristige Engpässe haben. Doch nachhaltiger Erfolg braucht langfristige Planung. Stellen Sie sich einige zentrale Fragen. Welche Kompetenzen werden wir in drei bis fünf Jahren brauchen? Welche Positionen sind dauerhaft schwer zu besetzen? Wie offen ist unser Team für kulturelle Vielfalt?
Wer diese Fragen früh beantwortet, wechselt von Reaktion zu Strategie und bereitet das Unternehmen aktiv auf die Zukunft vor, statt ständig hinterherzulaufen.
2. Die richtigen Regionen identifizieren
Wenn klar ist, welche Fachkräfte benötigt werden, geht es darum, herauszufinden, wo sie zu finden sind. Nicht alle Regionen bieten die gleichen Talente. Manche haben starke technische Ausbildungssysteme, andere sind bekannt für Fachkräfte in Pflege, Logistik oder IT.
Beispielsweise verfügen Länder wie Kenia und Ghana überwachsende Absolventenzahlen im Bereich IT und Logistik mit international anerkannten Abschlüssen. Die Philippinen und Indonesien sind für Pflege und Ingenieurberufe bekannt, während Indien und Vietnam große Talente Pools in der Software und Technikbereich haben.
Wichtig ist die Passung. Die Unternehmensziele sollten mit dem Bildungssystem, den Sprachkenntnissen und der Mobilität einer Region übereinstimmen. Genau hier setzt terratalent an. Wir verbinden Arbeitgeber in Deutschland mit passenden Regionen durch strukturierte und transparente Partnerschaften.
3. Vertrauen früh aufbauen
Internationale Rekrutierung bedeutet mehr als Verträge und Visa. Es geht um Vertrauen.
Kandidatinnen und Kandidaten, die über Kontinente hinweg umziehen, gehen ein großes persönliches Risiko ein. Sie verlassen Familie, Freunde und ihr gewohntes Umfeld. Arbeitgeber, die das verstehen, schaffen Beziehungen, die Bestand haben.
Vertrauen beginnt mit offener Kommunikation. Sprechen Sie ehrlich über das Leben in Deutschland, über Ihre Unternehmenskultur und Erwartungen. Erklären Sie den gesamten Prozess klar und geben Sie regelmäßige Updates. So entsteht Bindung noch bevor der erste Arbeitstag beginnt.
4. Den Prozess einfach und menschlich gestalten
Die Anstellung internationaler Fachkräfte kann leicht komplex werden. Dokumentenprüfung, Visa-Anträge, Sozialversicherung – all das kostet Zeit und Nerven.
Deshalb ist Struktur entscheidend. Bestimmen Sie eine zentrale Ansprechperson oder beauftragen Sie eine spezialisierte Mobilitätsplattform wie terratalent, die jeden Schritt koordiniert. Arbeiten Sie mit Checklisten, um den Fortschritt zu verfolgen, und binden Sie verlässliche Partner für Übersetzungen und Behördenkommunikation ein.
Bei terratalent übernehmen wir alle administrativen Schritte der internationalen Rekrutierung, damit sich Unternehmen vollständig auf den Aufbau starker und vielfältiger Teams konzentrieren können.
5. Onboarding als Prozess verstehen
Für internationale Mitarbeitende endet das Onboarding nicht nach einer Woche. Es dauert oft sechs bis zwölf Monate, bis sie sich wirklich eingelebt haben.
Man stelle sich vor: ein neues Land, eine neue Sprache, ein neues Team, eine neue Kultur. Ohne Unterstützung kann das überfordernd sein.
Unternehmen, die diesen Übergang aktiv begleiten, erzielen deutlich bessere Ergebnisse. Ernennen Sie Mentorinnen oder Mentoren, bieten Sie Sprachkurse an und planen Sie regelmäßige Gespräche. Kleine Gesten machen hier einen großen Unterschied, sie fördern Loyalität und Zugehörigkeit.
6. Auf Bindung statt Ersatz setzen
Der Erfolg internationaler Rekrutierung zeigt sich nicht daran, wie schnell Positionen besetzt werden, sondern wie lange Mitarbeitende bleiben.
Bindung beginnt mit Wertschätzung und Entwicklungsmöglichkeiten. Faire Vergütung, klare Kommunikation und Perspektiven fördern Engagement. Offene Gespräche und kulturelle Zusammenarbeit stärken zusätzlich das Vertrauen.
Wer Mitarbeitenden langfristige Perspektiven bietet, gewinnt Loyalität nicht durch Zufall, sondern durch Beständigkeit und Vertrauen.
7. Kontinuierlich messen und verbessern
Jeder Einstellungsprozess bietet die Chance, dazuzulernen. HR-Teams sollten regelmäßig prüfen, welche Schritte funktionieren und wo es Nachbesserungsbedarf gibt.
Wie lange dauert der gesamte Prozess? Wie viele internationale Mitarbeitende bleiben länger als zwei Jahre? Welches Feedback gibt es zu Integration und Arbeitsumfeld?
Diese Erkenntnisse helfen, künftige Prozesse gezielter zu gestalten und die Wirksamkeit jeder neuen Einstellung zu erhöhen.

Nachhaltige internationale Rekrutierung ist mehr als eine Strategie. Sie ist ein langfristiges Versprechen an Qualität und Wachstum. Sie verbindet Menschen, Kompetenzen und Chancen auf eine Weise, die Unternehmen stärkt und Zukunft gestaltet.
Jede erfolgreiche Einstellung steht für mehr als das Schließen einer Lücke. Sie bedeutet Stabilität, Vertrauen und das Potenzial, wirklich etwas zu bewegen. Wer sorgfältig plant, klar kommuniziert und den gesamten Prozess professionell begleitet, schafft keine kurzfristige Lösung, sondern eine dauerhafte Partnerschaft.
Genau dafür steht terratalent.
Wir verbinden Regionen und Arbeitgeber mit den richtigen Talenten. Wir helfen deutschen Unternehmen, stabile Teams aufzubauen, und internationalen Fachkräften, in Deutschland eine Zukunft zu gestalten.
Nachhaltige Rekrutierung schafft starke Unternehmen und starke Karrieren.
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